"Warum sind Sie eigentlich kein Diakon?"
Diese Frage stellte mir im Frühjahr 1995 ein junger Kaplan, der bei mir zu Gast war, nach dem Abendessen. Und es war wohl mehr diese Frage als das gute Essen, das mir daraufhin lange im Magen lag.
Erstens wusste ich damals noch nicht einmal genau, was ein Diakon überhaupt ist und welche Aufgaben er hat, und zweitens fühlte ich mich mit meiner bisherigen Lebensgeschichte nicht gerade geeignet, in einen kirchlichen Beruf zu wechseln. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass die Kirche an jemandem interessiert ist, der von seinem 16. bis zu seinem 30. Lebensjahr gerade mal fünf- oder sechsmal in der Kirche war, nämlich bei seiner eigenen Hochzeit, den Kindertaufen und vielleicht bei anderen Familienfesten, an denen man nicht um den Kirchenbesuch herum kam.
Aber die Frage des Kaplans ließ mich nicht mehr los. Und so kam es, dass ich fünfeinhalb Jahre später, im September 2000, im Dom zu München zum Ständigen Diakon geweiht wurde.
Auf den folgenden Seiten können Sie Wissenswertes über den Beruf des Ständigen Diakons erfahren, lesen etwas über meine Aufgaben in der Pfarrei St. Stephan in Putzbrunn bei München und lernen auch meine Pfadfinder kennen, den Stamm "Arche Noah".